Ein Text zu einem aktuell heiklen Thema "Bedürfnisorientierte Erziehung" - die oft sehr falsch verstanden wird.
"Ich bin davon überzeugt, dass unsere Kinder gerade in dieser Zeit starke Wurzeln für's Leben brauchen und da hilft es ihnen wenig, wenn wir ihnen alles aus dem Weg räumen und unsere Kernaufgabe als Erwachsene vergessen!"
"Ich bin davon überzeugt, dass unsere Kinder gerade in dieser Zeit starke Wurzeln für's Leben brauchen und da hilft es ihnen wenig, wenn wir ihnen alles aus dem Weg räumen und unsere Kernaufgabe als Erwachsene vergessen!"
Unsere Wurzelkinder sollen eine Resilienz* lernen für`s Leben/ ihre Widerstandsfähigkeit stärken und nicht bei jeder Kleinigkeit verzweifeln.
*Resilienz bezeichnet die psychische Widerstandsfähigkeit sowie die Fähigkeit, Krisen, Schicksalsschläge oder dauerhaften Stress ohne bleibende seelische Schäden zu bewältigen und daran zu wachsen.
Diesen Text habe ich im Netz gefunden und für so treffend befunden, wenn auch manchmal sehr direkt, aber vielleicht braucht es das zum Nachdenken...
Vielen Dank für den Verfasser, Wortwörtlich kopiert von Tim Reinhold:
"Die Generation Wattebausch
Es gibt Eltern, die erziehen keine Kinder mehr. Sie betreiben Schadensbegrenzung an kleinen Monarchen.
Ein renommierter Pädagoge nennt das Ergebnis "aufgeweichte Jammergestalten" - und so hässlich dieser Satz klingt, so präzise trifft er einen Nerv. Denn viele Kinder wachsen heute nicht mehr an Widerständen. Sie werden daran vorbeigetragen. Jeder Konflikt wird entschärft, jedes Nein weichgespült, jede kleinste Zumutung in Watte verpackt. Kinder werden nicht mehr erzogen, sondern ihre Umwelt wird verwaltet, bis sie sich nirgendwo mehr stoßen können, aber eben auch an nichts mehr wachsen.
Das Kind will nicht aufräumen? Dann hatte es wohl einen schweren Tag im Kindergarten.
Das Kind brüllt im Supermarkt? Dann muss man seine Gefühle ernst nehmen.
Das Kind schlägt nach der Mutter? Schwierige Phase.
Das Kind beleidigt den Vater? Ausdruck von Autonomie.
Irgendwann steht da kein Kind mehr, sondern ein mittelschwerer Verwaltungsakt. Und dieses sänftegetragene, gepuderte und gepamperte Etwas soll irgendwann sozial in die Gesellschaft integriert werden. Glückwunsch. Ich nenne es: sich vor der erzieherischen Verantwortung verpissen.
Liebe ist nicht das Problem. Feigheit ist das Problem. Die Feigheit erwachsener Menschen, heute einen Konflikt auszuhalten. Die Angst, vom eigenen Kind kurz nicht geliebt zu werden. Also wird verhandelt, erklärt, gelobt, getragen, gerettet und entschuldigt, bis das Kind eines zuverlässig lernt: Wenn ich laut genug bin, knickt die Welt ein.
Überraschung: Die Welt antwortet. Un der kleine Hoffnungsträger verliert plötzlich den größten Halt seines Lebens: die Illusion, das Zentrum dieser Welt zu sein.
Und dann wundert man sich, wenn spätestens in Schulen Kinder sitzen, die Kritik für Gewalt halten, jedes Warten für Folter, Verlieren für eine traumatische Erfahrung und Regeln, für einen persönlichen Angriff auf ihre Individualität. Natürlich sind sie nicht belastbar. Sie mussten ja nie etwas tragen ode ihre körperlichen Grenzen austesten. Ihre Eltern haben ihnen sogar die kleinste Hantel des Lebens aus der Hand genommen und sich dafür noch für besonders liebevoll gehalten.
Dabei entsteht Selbstbewusstsein nicht durch Applaus für jedes krumme Strichmännchen. Es entsteht duch Scheitern, Wiederholen, Aushalten, Weitermachen. Ein Kind muss merken: ich kann etwas schaffen, wenn ich mich dafür anstrenge. Und es muss merken, dass Erfolg umso süßer ist, je schwerer es war, ihn zu bekommen.
Das funktioniert aber nicht, wenn man von morgens bis abends Zucker in den Hintern geblasen bekommt.
Wir Eltern sind keine Freunde. Wir sind Leitblanken. Wir geben die ungefähre Richtung vor, greifen ein, wenn es wirklich brenzlig wird, aber wir müssen Kinder auch mal ihre Steine selbst aus dem Weg räumen lassen.
Wenn man ein Haustier will, soll man sich ein Haustier kaufen und dieses betüddeln. Wir reden hier von Kindern. Von Menschen, die einen Anspruch darauf haben, dass wir ihnen diese Welt zeigen. Dass wir ihnen beibringen, Hindernisse auf ihrem Weg zu überwinden, damit sie zu starken, unabhängigen Wesen heranreifen können.
Liebe ist ein großer Teil davon. Aber den Rücken stärken, Mut zusprechen, Dinge selbst zu versuchen, Erfolge mitfeiern und da sein, wenn sie fallen - das ist es, worauf es am Schluss ankommt.
Sonst steht da irgendwann ein Mensch, der nie glernt hat, dass ein Nein kein Weltuntergang ist. Und der immer jemanden braucht, der ihn durchs Leben führt, anstatt seine eigenen Wege zu gehen."
Es gibt Eltern, die erziehen keine Kinder mehr. Sie betreiben Schadensbegrenzung an kleinen Monarchen.
Ein renommierter Pädagoge nennt das Ergebnis "aufgeweichte Jammergestalten" - und so hässlich dieser Satz klingt, so präzise trifft er einen Nerv. Denn viele Kinder wachsen heute nicht mehr an Widerständen. Sie werden daran vorbeigetragen. Jeder Konflikt wird entschärft, jedes Nein weichgespült, jede kleinste Zumutung in Watte verpackt. Kinder werden nicht mehr erzogen, sondern ihre Umwelt wird verwaltet, bis sie sich nirgendwo mehr stoßen können, aber eben auch an nichts mehr wachsen.
Das Kind will nicht aufräumen? Dann hatte es wohl einen schweren Tag im Kindergarten.
Das Kind brüllt im Supermarkt? Dann muss man seine Gefühle ernst nehmen.
Das Kind schlägt nach der Mutter? Schwierige Phase.
Das Kind beleidigt den Vater? Ausdruck von Autonomie.
Irgendwann steht da kein Kind mehr, sondern ein mittelschwerer Verwaltungsakt. Und dieses sänftegetragene, gepuderte und gepamperte Etwas soll irgendwann sozial in die Gesellschaft integriert werden. Glückwunsch. Ich nenne es: sich vor der erzieherischen Verantwortung verpissen.
Liebe ist nicht das Problem. Feigheit ist das Problem. Die Feigheit erwachsener Menschen, heute einen Konflikt auszuhalten. Die Angst, vom eigenen Kind kurz nicht geliebt zu werden. Also wird verhandelt, erklärt, gelobt, getragen, gerettet und entschuldigt, bis das Kind eines zuverlässig lernt: Wenn ich laut genug bin, knickt die Welt ein.
Überraschung: Die Welt antwortet. Un der kleine Hoffnungsträger verliert plötzlich den größten Halt seines Lebens: die Illusion, das Zentrum dieser Welt zu sein.
Und dann wundert man sich, wenn spätestens in Schulen Kinder sitzen, die Kritik für Gewalt halten, jedes Warten für Folter, Verlieren für eine traumatische Erfahrung und Regeln, für einen persönlichen Angriff auf ihre Individualität. Natürlich sind sie nicht belastbar. Sie mussten ja nie etwas tragen ode ihre körperlichen Grenzen austesten. Ihre Eltern haben ihnen sogar die kleinste Hantel des Lebens aus der Hand genommen und sich dafür noch für besonders liebevoll gehalten.
Dabei entsteht Selbstbewusstsein nicht durch Applaus für jedes krumme Strichmännchen. Es entsteht duch Scheitern, Wiederholen, Aushalten, Weitermachen. Ein Kind muss merken: ich kann etwas schaffen, wenn ich mich dafür anstrenge. Und es muss merken, dass Erfolg umso süßer ist, je schwerer es war, ihn zu bekommen.
Das funktioniert aber nicht, wenn man von morgens bis abends Zucker in den Hintern geblasen bekommt.
Wir Eltern sind keine Freunde. Wir sind Leitblanken. Wir geben die ungefähre Richtung vor, greifen ein, wenn es wirklich brenzlig wird, aber wir müssen Kinder auch mal ihre Steine selbst aus dem Weg räumen lassen.
Wenn man ein Haustier will, soll man sich ein Haustier kaufen und dieses betüddeln. Wir reden hier von Kindern. Von Menschen, die einen Anspruch darauf haben, dass wir ihnen diese Welt zeigen. Dass wir ihnen beibringen, Hindernisse auf ihrem Weg zu überwinden, damit sie zu starken, unabhängigen Wesen heranreifen können.
Liebe ist ein großer Teil davon. Aber den Rücken stärken, Mut zusprechen, Dinge selbst zu versuchen, Erfolge mitfeiern und da sein, wenn sie fallen - das ist es, worauf es am Schluss ankommt.
Sonst steht da irgendwann ein Mensch, der nie glernt hat, dass ein Nein kein Weltuntergang ist. Und der immer jemanden braucht, der ihn durchs Leben führt, anstatt seine eigenen Wege zu gehen."
"Auch wenn es teilweise sehr überspitzt formuliert wird - es ist mir eine Herzensangelegenheit unsere Wurzelkinder für ihr weiteres Leben zu stärken....Wir begleiten sie liebevoll, reichen ihnen die Hand aber Aufstehen müssen sie selber lernen...wir als PädagogInnen sind ihre Leuchttürme im Ozean des Groß-werdens"
Eva-Maria Mikula
Eva-Maria Mikula